Thomas Bosch und Dieter Müller auf der Langdistanz
Rennbericht von Thomas Bosch– Ironman Kalmar in Schweden und EM Triathlon (Langdistanz) – Almere-Amsterdam, Niederlande
Der Triathlet Thomas Bosch hat einen ereignisreichen Sommer hinter sich. Nach langer Vorbereitung war der Plan Mitte August beim Ironman Kalmar in Schweden eine neue Bestzeit aufzustellen. Die Vorbereitung zeigte Früchte und so konnte Bosch schon nach 55 Minuten in aussichtsreicher Position aus dem Wasser steigen. Auf dem Rad konnte Bosch direkt weiter Druck machen und sich im Feld weiter nach vorne schieben. Nach 50 Kilometer bekam er allerdings eine 3-minütige Zeitstrafe, weil er zu nah im Windschatten des Vordermanns gefahren war. Der Gymnasiallehrer musste die 3 Minuten in der Penalty-Box absitzen. Anschließend war der Rhythmus weg und Bosch fand schwer ins Rennen zurück. Beim Laufen kamen dann noch Magenprobleme hinzu. So schleppte sich Bosch nach 8:27 Stunden erschöpft und vollkommen
enttäuscht ins Ziel.
Da Bosch sich in einer sehr guten Form befand und er dies unbedingt nochmal beweisen wollte, meldete er sich kurzfristig für die Langdistanz Europameisterschaften im holländischen Almere nach. Zwischen beiden Wettkämpfen lagen nur 4 Wochen, so dass es ein Wagnis war, die richtige Balance aus Erholung und Vorbereitung zu finden. Die Bedingungen am Renntag versprachen einen immer stärker aufkommenden Südwestwind, der vor allem das Radfahren schwer machen würde. Das Schwimmen verlief wiederum zufriedenstellend und Bosch konnte hier in einer größeren Gruppe Kräfte sparen. Nach 57 Minuten war das Schwimmen beendet und nach einem guten Wechsel schwang sich Bosch auf sein Rad. Auch hier fand Bosch gut ins Rennen und so versuchte er sich weiter im Feld nach vorne zu schieben. Der stramme Wind zehrte allerdings an dem Backnanger. So musste er schon nach 90 Kilometer feststellen, dass die Beine heute nicht so gut waren wie noch vor 4 Wochen in Schweden. Im Anschluss verlor er damit noch mehr wertvolle Zeit bis er endlich nach einem Radsplit von 4:18 Stunden in die Laufschuhe wechseln konnte. Bosch konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorstellen, den Wettkampf erfolgreich zu beenden. Die ersten Laufkilometer fühlten sich schrecklich an. Im weiteren Rennverlauf kam Bosch besser in Schwung und spulte nach und nach seine Kilometer ab. Nach 32 Kilometern zeigte ein Blick auf die Uhr, dass trotz des suboptimalen Rennverlaufs eine neue Bestzeit immer noch möglich war. Bosch holte nochmal alles aus sich heraus und kam nach 8:16:27 Stunden als 18. der Gesamtwertung ins Ziel. Den abschließenden Marathon lief er dabei in 2:56 Stunden.
Die gute Gesamtzeit hätte er nach diesem Rennverlauf selbst nicht mehr für möglich gehalten. Aber Bosch zeigte sich wie immer selbstkritisch: „Die Zeit ist gut, aber ich habe leider zu viel Zeit auf dem Rad liegen lassen. Wenn ich nicht so erschöpft vom Rad gestiegen wäre, wäre auch eine bessere Laufleistung möglich gewesen. Aber ich muss mir wohl eingestehen, dass die Erholungszeit nach dem Ironman Kalmar etwas zu kurz war.“ Vereinskollege und Triathlon-Urgestein Dieter Müller startete ebenfalls bei den Europameisterschaften in Almere. Nach einer guten Vorbereitung stand Müller fit und und voller Vorfreude an der Startlinie. Beim Schwimmen hatte Müller etwas Probleme mit der Orientierung, aber kam dennoch mit einer zufriedenstellenden Zeit aus dem Wasser. Nach rund 90 war der Wettkampf für Müller allerdings schon beendet, da er eine Streckenmarkierung übersah und in die falsche Richtung abbog. Als er auf die Wettkampfstrecke zurückkehrte, wurde er von einem strengen Kampfrichter disqualifiziert und beendete das Rennen vorzeitig.
Herzlichen Glückwunsch !
