Bericht der Challenge Roth 2010

Da stand ich also morgens 5:30 Uhr am Main Donau Kanal. Nicht das erste Mal, aber das erste Mal als Teilnehmer. Seit ca. 10 Jahren war ich immer passiver Teilnehmer, habe mich morgens früh raus gequält um am Start zu stehen, dann rüber zum Solarer Berg und dann an den Kanal zur Laufstrecke. Ich habe Sie alle leiden, gewinnen, aber auch verlieren gesehen, von Leder bis Macca und Hellriegel. Jedes Jahr hat das "das-musst-du-auch-mal-machen-Feuer" in mir gebrannt.

Vor allem das Kanonenrohr Solarer Berg wollte ich live erleben. Letztes Jahr, war es dann "ein bisschen soweit", mein Kumpel Arne aus Frankfurt meine wir sollten in der Staffel mitmachen. Das haben wir dann auch getan und es war einfach toll. Danach war der Entschluss gefasst, nächstes Jahr bin ich dabei und zwar von A-Z. Laufen konnte ich ja schon, da fehlt ja nur noch Radfahren und Schwimmen. Die Anmeldung ging durch und ich war sozusagen dabei.   Tja und dann war er da, der 18.7., schnell ist das Jahr verflogen und ich sah den Kanal von der anderen Seite. Im Vorfeld spielt man natürlich Zeiten durch, die offizielle Variante war immer "finishen". Es gab aber natürlich noch die "hidden agenda". 12:30h wäre machbar, unter 12h der Hammer.  

7:30 Uhr der Schuss fällt und ich kraule los zum unendlich weit entfernten 1. Wendepunkt. Siehe da, die Angstdisziplin läuft gar nicht so schlecht. Ich schwimme verhalten, um ja nicht jetzt schon zu platzen. 1:17h, 13 Minuten unter meiner Zielzeit. Jetzt nur nicht übermütig werden. Ab auf's Rad und nur nicht zu schnell. 6:36h heißt das Ziel. Es wird schneller, viel schneller. Mit einer Fahrzeit von 5:44h steige ich vom Rad und habe bei den ersten Schritten ins Wechselzelt das Gefühl, als würde mir jemand Messer in die Oberschenkel rammen. Meine Hoffnung, dass es an den Radschuhen liegt bewahrheitet sich zum Glück.

Jetzt einfach sauber durchlaufen, es sind ja nur noch 42km und die bin ich schließlich schon so so oft gelaufen. Die Laufstrecke passt mir, wie auf den Leib geschneidert, lange geraden und das Gefühl von Einsamkeit entlang des Kanal (abgesehen von den vereinzelten Stimmungsnestern). Es läuft und ich denke bei mir, dass es doch irgendwann den Knall tun muss und es anfängt weh zu tun. Bei km 15 war es dann "endlich" soweit. An dem kleinen Michl Roth2010Anstieg hat der Mann mit dem Hammer gewartet. Ab da war es dann hart, nur schnell den Gedanken verdrängen, dass es noch 27km sind. 27.000 Schritte, noch 1 Wendepunkt.......Der Wunsch die Ziellinie zu überqueren war aber einfach größer, als die Versuchung auszusteigen. Nach 11:10h biege ich ein in die letzte Stadionrunde, keiner vor mir, keiner hinter mir und ich genieße die letzten Meter einfach, die Uhr bleibt bei 11:11:14h stehen. Ich stelle mir direkt die Frage, ob ich mir das wieder antun will, kenne aber die Antwort schon.....am 26.7.2010 um 10 Uhr kann man sich für 2011 anmelden. Drückt mir die Daumen, dass ich einen Startplatz bekomme!!!