Dorit Clemens und Thomas Hartmann bestehen Härtetest.

(Bericht: Backnanger Kreiszeitung) – Zum gemeinsamen Saisonabschluss reiste das Sportlerpaar Dorit Clemens und Thomas Hartmann vom Riva-Team des TC Backnang nach Österreich an den Walchsee. Es wartete dort die sportliche Herausforderung einer Triathlon-Mitteldistanz an den Füßen des Wilden Kaisers. Die beiden Backnanger meisterten die Herausforderungen sehr gut und waren mit ihren Platzierungen zufrieden.

Das Wetter zeigt sich nicht von von der Sonnenseite. Vom frühen Morgen an gab es Dauerregen. Die Luft hatte beim Start 11 Grad. Der Veranstalter reduzierte daher aus Sicherheitsgründen die Distanzen beim Schwimmen und Radfahren. Bei einem Rollingstart gingen alle fünf Sekunden acht Sportler in das 17,9 Grad warme Wasser, um die 1500 Meter zu absolvieren. Von Beginn an wurde hart gekämpft. Clemens kam erwartungsgemäß nach schnellem Schwimmen nach 29:31 Minuten (Platz drei der AK 35) aus dem Wasser. Hartmann folgte mit persönlicher Bestleistung nach 1:30 Minuten.

Beide begaben sich nun in die Regenschlacht. Bei starkem Dauerregen, durchschnittlicher Radleistung von 29 bis 66 Stundenkilometern war ein zusätzlicher Kälteschutz mit Handschuhen, Überschuhe und Regenjacken gefordert. Die kalte Nässe hatte Auswirkungen auf Radleistung und Trinkverhalten, was nicht zu kompensieren war. Hinzu kamen gefährliche Abfahrten und ein Kettenabsprung bei Hartmann. Dieser erreichte nach 68 Kilometern in einer Zeit von 2:14 Stunden die Wechselzone und hatte leichten Vorsprung vor Clemens, welche mit einer Top-Radleistung überzeugte und sich im Frauenfeld um elf Plätze verbesserte. Nach wenigen Metern waren beide gleich auf, um den abschließenden Halbmarathon zu bewältigen.

Der Regen hörte auf. Insgesamt waren vier Runden zu absolvieren. Jeder der beiden Backnanger hatte hier seine Höhen und Tiefen. Letztlich erreichte Clemens im Zielsprint in einer Zeit von 4:51:45 Stunden das Ziel. Sie belegte im Frauenfeld Platz 38 und in der Altersklasse 35 den fünften Rang. Es folgte Hartmann, welcher nach 4:51:47 Stunden im Ziel war. Er erzielte im Gesamtfeld Platz 221 (23. der AK 50). Von 811 gemeldeten Teilnehmern erreichten nur 60 Prozent das Ziel. Der Wettkampf war geprägt von Distanz und Wetter, was letztlich die erfolgreiche Leistung.

Glückwunsch Dorit und Thomas zum Finish!!! Vielen Dank für die schönen Bilder, Verena Scholl!!!

…und noch ein Erlebnis-Bericht von Thomas …

Challenge Walchsee-Kaiserwinkl 2017 – 1,5/68/21 Km

Es war der Saisonabschluss gemeinsam mit Dorit. Unser gemeinsames Rennen über die Mitteldistanz und einem Start auf Brusthöhe. Sozusagen unser Internes Duell!

Mit unser Anreise folgten Tage des Regens und der Hoffnung auf Besserung. Wir genossen ein tolles Umfeld, tolles Quartier in unmittelbarer Nähe, Freunde, Bekannte und unser Lieblingslokal. Aber was machte das Wetter. Es ließ uns förmlich im Stich. Ein Hauch von besserer Aussicht für Sonntag lag in der Luft. Regen und nochmals Regen über dem Walchsee. Die Temperaturen fielen. Schnee auf den Bergen. Zum Glück konnten wir das nicht sehen.

6:15 klingelte der Wecker und der erste Paukenschlag. Die Schwimmstrecke wird verkürzt, weitere Infos um 7:00. Also warten und zum Frühstücken. Dort dann die weitere Info. Die Schwimmstrecke wird auf 1500 m und Radstrecke auf 68 km verkürzt, die gefährliche Abfahrt bei Rettenschöss entfällt. Die Laufstrecke bleibt gleich. In Anbetracht des starken Dauerregens, plus 8 Grad Luft und 18 Grad Wasser sehr vernünftig.

Nochmals in die Wechselzone, Bike richten, doppelverpackte Wechselbeutel deponieren und gleich mal auf dem Zimmer den Neo anziehen. So gings zu Fuß zum Schwimmstart. Etwas einschließen im warmen Walchsee. Es folgte der Rollingstart in 8er Reihe alle 5 Sekunden was nicht so ganz funktionierte. Irgendwie wollte man nicht so ins Wasser.

So nun zum Rennen. Es war echt der Hammer. Schömberg und Transvorarlberg überlebt, das hier wird auch gerockt, egel was kommt.

Hammerschwimmen, direkte Innenbahn genommen und mit bester Saisonleistung aus dem Wasser. Auf zur Wechselzone. Wo war mein Bikebeutel. Er war weg. Drei mal in den richtigen Gang und zum Platz. Er war weg.??? Nach einer Ewigkeit fand ich ihn 2 Felder weiter. Vom Wechselplatz aus sah ich Dori, die gerade die Regenjacke schloss. Fertig umziehen. Auf das Abtrocknen war heute zu verzichten. Los zum Bike. In der Hektik vergiss ich die langen Handschuhe und mein Salz. So ist es eben. Nach wenigen Metern auf dem Rad spürte ich die kalte Dusche. Von oben, vorne und unten. Los jetzt, heiß fahren, aber trotzdem Vorsicht wahren.

Wo war Dorit? Bei km 16 der erst Blickkontakt. Ich hatte ca. 4 Minuten Verspätung. Verpflegung ist wichtig und unerlässlich. Nur wenn bei 12 Grad dein Gel in der Flasche zäh wird und kaum raus will, wird es schwierig. Das ISO war eh schon kalt und kaum zu trinken. Die Lady war gut unterwegs. Bei km 26 hatte ich sie fast. An der Steilrampe sprang die Kette vom Blatt. Und heute wollte sie leider nicht schnell wieder drauf. Weiter gings. Bei km 32 wieder Sichtkontakt in der Begegnung. Also in Runde 2. Es dauerte wieder bis Kössen. Ich war etwas näher gekommen. Volllast wo es ging, bloß kein Sturz. Immer noch stärker Regen, Kälte, in den Abfahrten kaum zu ertragen. Dann bis km 60 endlich an Superdori vorbei. Oh sieh ließ nicht locker. Noch eine Abfahrt dann war es endlich vorbei. Ab in die WZ. Im warmen Zelt trafen wir uns wieder, Auge in Auge, während ich alles selbst auspacken musste, die Lady eingehüllt in Goldfolie und mit warmen Tee. Na super. Nein, danke, leider keine Zeit.

Auf zum Laufen. Nach nicht mal einem km war meine Liebe neben mir: wollen wir zusammen Lauf, ihr Frage. Was mir in Sekundenbruchteilen durch den Kopf ging, wollt ihr bestimmt nicht wissen. Es waren 4 Runden. In Runde 2 konnte ich mich absetzen. Irrtum. Kaum in Runde 3 überholte sie mich  locker. Wenn nicht das Buch über das Duell Scott gegen Alan schon geschrieben wäre, das wäre jetzt der wäre jetzt der Moment dafür. Es folgt die Rennentscheidung. Ich nütze meine Stärke auf der gegenüberliegenden Seeseite, an der Steigung,  halte ich das Tempo, wie trainiert und von mir gewohnt. Dann folgt die Gefällstrecke. Es rollt super, ja auch das hatte ich trainiert. Dorit lag hinter mir.  Auslauf in die Ebene, plötzlich, ohne Vorwarnung, Krampf im hinteren Oberschenkel und Dorit war vorbei. Hat sie noch geschaut, habe ich was gesagt, ich weiß es nicht mehr. Nach ein paar Metern konnte ich wieder anlaufen. Abstand 100 m, ich konnte in Runde 4 noch auf 50 verkürzen. Die letzten 250 m. Give all! Es blieben 25 m. Hinter Dorit lief ich ins Ziel in 4:51:47 h. Platzierung: 221. Platz Gesamt (23. AK 50).

Es war eine unglaubliche Leistung am heutigen Tag. Gratulation an meine Liebe und am Ende des Tages lachte sogar die Sonne wieder.

Fazit:

Swim=Saisonbestleistung

Bike=Wattbestleistung

Run=alles gegeben.

811 Teilnehmer

482 im Finish

40 % DNF

Bilder: Copyright by Verena Scholl

Presseartikel BKZ: http://www.bkz-online.de/node/1070713

Ergebnisse: http://my1.raceresult.com/78637/