Erfolgreiche erste Langdistanz an der Flensburger Förde

Backnang / Glücksburg. Am Sonntag, den 06.08.2017 fand in Glücksburg die 16. Auflage des OstseeMan Triathlon 2017 bei Flensburg statt. Bei der jährlich im August stattfindenden Triathlon-Langdistanz gingen wieder knapp 1000 Athleten an den Start.  

Nach seiner Liga-Saison stand für Vereinsmitglied Michael Hofmann die Premiere auf der Langdistanz beim Ostseeman auf dem Programm. Die Kulisse für diese Triathlon-Langdistanz über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen bildete Glücksburg.

Die Schwimmetappe im Meer macht den OstseeMan zu einem einzigartigen Ereignis, denn der Triathlon in Glücksburg ist der einzige in Deutschland, bei dem sich die Sportler in die kühlen Fluten des offenen Meeres stürzen. Anschließend folgen sechs Radrunden auf einer abwechslungsreichen Strecke durch die einzigartige Natur und die umliegenden Ortschaften, wie zum Beispiel das grüne Dorf Langballig. Die Marathon-Laufstrecke ist der Abschluss des OstseeMan und führt auf fünf Runden durch die Stadt, entlang der Promenade mit traumhaftem Blick auf den Strand und das Meer, sowie durch den Schlosspark vorbei am Glücksburger Schloss zum Ziel.

Der Backnanger Triathlet erreichte nach 10:35:16 Stunden das Ziel und belegte damit Gesamtplatz 35.

 

Erlebnisbericht von Micha Hofmann:

Die Anmeldung war günstig, die Anreise dafür war lang, nördlicher geht es in Deutschland nicht mehr. Mit einem mulmigen Gefühl reiste ich an, da ich mich läuferisch nicht gut vorbereitet fühlte.

Durch die Anreise freitags konnte alles entspannt besichtigt werden und die Teilnahme beim Marsch der Nationen und Nudelparty war gesichert. An allen drei Tagen war unter anderem auch die Triathlon-Messe geöffnet.

Das Schwimmen findet natürlich in der Ostsee statt, in Strandnähe muss ein Viereck zweimal abgeschwommen werden. Die Radstrecke ist eine 30km Runde, die 6 Mal zu fahren ist und die Laufrunde führt durch Glücksburg und ist insgesamt 5 Mal ab zu laufen. Das Sommerwetter im Norden zeigt sich dieses Jahr nicht gerade von der schönsten Seite, zusammengefasst wenig Sonne dafür Wind und sehr nass. Morgens beim Aufstehen vor dem Start ging schnell noch ein kurzer Schauer runter, was sich während des Rennens noch zweimal wiederholen sollte.

Beim Schwimmen ging es mit einem Massenstart los, ich reihte mich gleich vorne ein und war nach ca. 100m aus dem Gröbsten draußen. Das Rausschwimmen war kein Problem und anschließend schwamm man mit der Strömung. Nach ein paar hundert Meter dann die erste Schrecksekunde, es waren bereits massenhaft Quallen unterwegs. Dies war aber nur auf einem Abschnitt von ca. 50m der Fall. Der Rückweg gestaltete sich dann deutlich schwieriger, da es nun einerseits gegen die Strömung ging und andererseits an einer Stelle wieder massenhaft Quallen auftraten und die nächste Boje bei leichtem Wellengang sehr schlecht zu erkennen war. Nur ca. alle 300m eine Boje ist ein bisschen wenig. Nach 1h und 5min stieg ich als 16. bei den Herren aus dem Wasser, die Spitze war nur 10min früher dran. Das bestätigte mein Gefühl, dass das Schwimmen nicht einfach war und die Strecke ein paar Meter länger war.

Beim Rad fahren fand ich schnell meinen Rhythmus, jedoch war der verwinkelte Rundkurs aufgrund des nassen Untergrunds in den ersten zwei Runden nicht einfach zu fahren. Die Strecke kostete viel Kraft da 6 bis 10 Mal pro Runde deutlich abgebremst und anschließend beschleunigt werden musste. Die Strecke führte zum Teil auf normalen Straßen, aber auch auf schmalen Feldwegen/Verbindungswegen und durch Wohngebiete. Die Runde 5 und 6 waren einen Tick langsamer, da zum einen der Wind immer mehr auffrischte und sich der Kräfteverschleiß an den Anstiegen bemerkbar machte. Nach 5h 30min ging es dann noch recht locker vom Rad. Im Wechselzelt wurde der Einteiler noch schnell gegen angenehmere Laufkleidung getauscht.

Ich legte gleich los wie die Feuerwehr, der Führende war nur knapp hinter mir und ging bereits auf seine dritte Runde. Nach drei Kilometer holte er mich dann ein, nachdem ich das Tempo von 4 auf 4:30km/min reduzierte. Zwei Kilometer hängte ich mich dran und lief dann mein eigenes Tempo weiter. In der zweiten Runde stand er dann auf einmal bei Kilometer 11 wieder vor mir, er hatte gerade eine kurze Geh- und Dehnpause eingelegt. Ich ermunterte ihn weiter zu laufen und lief an ihm vorbei. Ich sammelte unterdessen einen Konkurrenten nach dem anderen ein, sogar die dritte Frau ließ ich hinter mir. Gegen Ende der zweiten Runde stieg jedoch der Puls immer weiter an, bei Kilometer 18 musste ich kurz dann schließlich eine kurze Atempause einlegen. Zur Hälfte des Marathons ging sprichwörtlich nicht mehr viel, ich fiel in ein mentales und in ein muskuläres Loch. Die Muskulatur war nun deutlich angesäuert und jeder Schritt fiel schwer. Kurz ging der Gedanke durch den Kopf das Rennen zu beenden, die mentale Unterstützung am Seitenrand gegen Ende der dritten Runde bewog mich aber zum Weiterlaufen und es weiterhin zu probieren. Es war nun ein abwechselndes Gehen und Laufen. Vor allen an den Verpflegungsstellen wurden ausgiebige Stopps eingelegt. Mit viel Kampf schleppte ich mich jetzt durch Runde 4 und 5 über die mit kurzen Anstiegen gespickte Strecken und erreichte in 10h 35min als 35. in der Herrenkonkurrenz erleichtert das Ziel. Die 10 Stunden-Marke wurde aber damit deutlich verfehlt. Nichts desto trotz darf ich mich nun „Ostseeman“ nennen.

Zu jeder Langdistanz gehört leider auch eine gute Vorbereitung, verletzungsbedingt konnte ich in den letzten 4 Monaten nur 4 Wochen mit 40 bis 60 Laufkilometer Training abspulen in allen anderen Wochen waren es weniger als 30km bzw. 0km. Dies ist deutlich zu wenig um einen Marathon halbwegs gut zu laufen.

Die Veranstaltung ist recht gut organisiert, ein paar Punkte gibt es so gut wie bei jeder Veranstaltung. Bei allen drei Disziplinen war der Zuschauerzuspruch sehr gut, vor allem an der Radstrecke wurden die Zuschauer nicht müde einen an zu feuern. Die Strecken sind für eine Langdistanz anspruchsvoll aber machbar und nichts für schnelle Zeiten. Noch eine kleine Notiz am Rande, der Veranstalter versuchte sich nach 10 Jahren und mit 73 Jahren noch einmal an einer Langdistanz und ich bedauerte ihn noch mehr wie mich, den als ich auf meiner letzten Runde war, war er erst auf seiner ersten Runde und er ging noch langsamer als ich. Den Zielschluss und das Feuerwerk  um 22 Uhr nach 15h Dauer erreichte er nicht, erst kurz nach Mitternacht kam er ins Ziel.

Wie geht es weiter mit mir, am Wochenende bin ich wie Günter Dittes und Christopher Hettich beim Allgäu-Triathlon am Start hier allerdings in der Staffel. Ich werde versuchen beide zum Deutschen Meistertitel an zu feuern. Im Herbst stehen dann noch ein paar Lauf-Events an. Nächstes Jahr wird man mich in der Liga nicht mehr antreffen, nach 4 wechselreiche Jahre mit 2 Aufstiegen und einem Abstieg ist nun Schluss. Ich möchte mich mehr auf die Mittel- und Langdistanz konzentrieren. Den Ostseeman werde ich allerdings nächstes Jahr nicht wieder machen, die Tendenz geht eher zur Challenge Regensburg.

Gratulation zum Ostseeman!

Ergebnisse: http://gluecksburg.r.mikatiming.de/2017/