Christopher Hettich läuft noch auf Rang zwei vor.

Backnang / Gdynia (Polen) (Backnanger Kreiszeitung, 10.08.2017 ) Der Triathlet Christopher Hettich vom TC Backnang glänzte beim Top-Wettkampf in Gdynia bei Danzig. Der Schwabe freute sich am Ende über den zweiten Platz. Den Wettkampf, der zur Ironman-Weltserie 70.3 zählt, nahmen 2500 Teilnehmer in Angriff. Sie mussten 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21,1 Kilometer laufen. 

Nach seiner Verletzung reiste Hettich vom Riva-Team TC Backnang gut vorbereitet nach Polen. Es war ein internationales Elitefeld mit dem Top-Favoriten Boris Stein (schnellster Radfahrer beim Ironman Hawaii 2016 und Sechstplatzierter beim Ironman Südafrika 2017). Beim Schwimmen erwischte Hettich einen guten Start. Er kam nach den 1,9 Kilometern mit der Spitzengruppe ins Ziel. Seine 24:09 Minuten bedeuteten zunächst den neunten Rang. Auf den Führenden hatte er zirka zehn Sekunden Rückstand.

Auf der hügeligen 90 Kilometer langen Radstrecke versuchte Hettich, ein gleichmäßiges Rennen in seiner schwächsten Disziplin zu fahren. Nach 20 Kilometern überholte ihn allerdings Boris Stein, der gut zwei Minuten hinter dem Backnanger aus dem Wasser kam. Der Schwabe ließ sich aber dadurch nicht aus seinem Rhythmus bringen und fuhr sein Rennen weiter. Es fand sich eine achtköpfige Radgruppe, in der sich Hettich hinten aufhielt, um Kräfte zu schonen. Er achtete darauf, dass er sich gut verpflegte und nicht in den Windschatten einer seiner Konkurrenten kam, um keine Zeitstrafe zu riskieren. Nach 90 Kilometern kam er in 2:15 Stunden als Zwölfter in die Wechselzone zum Laufen. Der Übergang klappte und er fühlte sich von Anfang an gut.

Der TCB-Sportler lief die ersten Kilometer gleichmäßig und schnell. Nach zehn Kilometern, die er in knapp 33 Minuten absolvierte, lag er auf Rang vier. Ein Podiumsplatz schien in greifbarer Nähe. Aber es kam noch besser, die Beine wurden nicht müde. Bei Kilometer 16 war er Zweiter. Auf den Ersten Boris Stein hatte der Backnanger bereits vier Minuten herausgelaufen. Der Führende musste auf den letzten Kilometern Gas geben, um zu gewinnen. Hettich erreichte das Ziel mit nur 42 Sekunden Rückstand auf Stein als Zweiter und war glücklich. Mit diesem zweiten Rang hat er nun wieder alle Chancen, sich für die WM 2018 in Südafrika zu qualifizieren.

Am Sonntag, 13.08.2017 startet Hettich beim ältesten Triathlon Deutschlands in Immenstadt. Dort werden die deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz ausgetragen. Hettichs Ziel ist dort ein Platz unter den ersten Fünf. Das wird schwer, da er unter anderem auf den zurzeit weltbesten Langstreckentriathleten und zweifachen Ironman-Sieger Jan Frodeno trifft. Anfang September geht es dann für Hettich auf die Insel Rügen. Dort steht ein weiterer Ironman 70.3 an. Wenn der Backnanger dort eine ähnlich gute Platzierung wie in Polen erreicht, wäre die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südafrika fast erreicht.

Ergebnisse: http://eu.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman-70.3/gdynia/results.aspx#axzz4pQIDssOD

Bilder: Copyright by Sportografia.pl / Sportrevolution.pl / Maratomania.pl